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(29.09.2006/Rainbow.at) Zwei christliche Kanäle in den USA strahlen eine Talkshow aus, in der es um ehemalige Homosexuelle geht, die nun angeblich ein "glückliches" Heteroleben führen.
Seit 18. September wird auf den christlichen US-Kanälen „Sky Angel Satellite Network“ und „Christian Television Network“ die Talkshow „Pure Passion“ ausgestrahlt. Diese Talkshow von und über „ehemalige Homosexuelle“ wird vom ehemaligen Callboy David Kyle Foster und Alan Chambers, Chef der größten Ex-Gay-Gruppe „Exodus International“ („Homosexuelle kommen wirklich in die Hölle“) moderiert.
Diese sog. „Konvertierungs-Therapie“ der Ex-Gay-Bewegung wird von Homo-Gruppen kritisiert als „Propaganda- und Nonsense-Sendung, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt“. Viele solcher Ex-Gay Gruppen drängen sich inzwischen auf den Markt der „Schwulenheiler“, >Exodus< ist die größte und Bekannteste. Sie wurde bereits 1976 von aktiven "Betroffenen" gegründet. Heute gehören nach Angaben der Organisation über 100 Gruppen in den USA und Kanada zu Exodus, welche weltweit in 17 Ländern tätig sind. Die Argumentation ist stets die Gleiche: „Homosexualität ist nicht angeboren, sondern das Ergebnis der Umwelt, verursacht durch eine Abwesenheit oder Schwäche der Vaterfigur“. Diese sog. Ex-Gay-Welle ist auch in Deutschland aktiv. Bereits 1994 gründete Günter Baum die "Selbsthilfeinitiative Wüstenstrom". Mittels fünftägigem Crashkurs bildete er „Seelsorger“ aus, die "Wege aus der Homosexualität" aufzeigen sollten. Heute sagt er: "Das machte mir auch Bauchschmerzen, weil ich merkte, da ist keinerlei Hintergrund in Form von psychologischem Grundwissen da." Baum fühlte sich zwar als "Mister-Ex-Gay-Germany", seine sexuelle Orientierung änderte sich jedoch nicht. Nach zwei Jahren kam es bei ihm selbst zu einem "sexuellen Ausrutscher" und er landete direkt in der Psychotherapie. Doch Baum ist da in guter Gesellschaft. John Paulk, Vorsitzender der Exodus Organisation, wurde 2000 in einer Washingtoner Schwulenbar gesichtet und Exodus-Mitbegründer Michael Bussee hat 1979 die Gruppe verlassen und ist mit dem Exodus-Koordinator Gary Cooper "durchgebrannt" - die beiden heirateten später. |