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(07.10.2006/Irena) Als SM'ler sind wir es gewohnt, Assoziationen zu wecken, die mit Vernunft nicht viel zu tun haben und eher aus dem Vorurteilstopf grauer Vorzeiten zu stammen scheinen als aus den Gehirnen aufgeklärter, vernünftiger Menschen. Von eklig bis strafbar ist da alles an Bewertungen dabei.
Nun wundert sich niemand, wenn ein ordentlicher Bürger mit rustikaler Einbauküche, Blümchensofa und Sex nur alle sechs Monate im Dunklen oder gar nicht mehr uns ein wenig misstrauisch betrachtet. Schon seine eigene Fantasie gaukelt ihm ja in Bezug auf diese erotische Spielart alle möglichen reizvollen Intensitäten vor, nach denen er sich schon immer gesehnt hat - und Neid ist nun einmal ein böser Marktschreier. Auch wenn eben jener Bürger einfach nur den Kopf schüttelt und schon jenseits des Geilneides lebt, ist das nachvollziehbar. In seine geordnete, kleine, beschränkte Welt passt es nun einmal nicht hinein, dass Peitschenhiebe und Bondage beiden Partnern Lust bereiten können und die Wege jenseits des Üblichen nicht immer nur steinig sind. Auch die glühenden Hetzreden fundamentalistischer Eiferer jeder Couleur sind mehr oder weniger verständlich; in diesen Geistesgefilden geht man auf alles los, was anders ist - und das ist im Zweifel ja fast alles. Es gibt aber eine Bevölkerungsgruppe, bei der es dann doch ein wenig sprachlos macht, den üblichen SM-Vorurteilen von Gewalt, "igittigitt" und "die sind doch alle krank" zu begegnen. Es ist nämlich eine, die weder von ordentlichen (Spieß-)Bürgern bevölkert wird, noch von mehr oder weniger idealistischen Grundsatzvertretern. Ich meine die kleinen, feinen AWMs, die Adult-Webmaster. Also die, die mit der Geilheit der Leute Geld verdienen und dabei manchmal auch nicht davor zurückschrecken, den größten Dreck zu liefern, um damit Geld zu machen. Natürlich ist es grundsätzlich ein Beruf wie jeder andere, Pornografie zu verkaufen. Manch ein Angestellter macht womöglich mehr moralische Kompromisse, um sich seinen Job zu erhalten. Man darf aber ja nicht übersehen, dass im Porno-Business Sex eben die Ware der Stunde ist, und zwar immer so, wie der Kunde es haben will. Da sind Frauen ständig geile, bereite Dreilochstuten und kriegen einen Abgang schon, wenn er sich einen runternudelt, da können die Hengste fünfmal hintereinander und stöhnen dabei im Takt mit dem Zählen der Euros, die ihnen das als Honorar einbringt. Ausgerechnet unter denen, die daraus ihren Lebensunterhalt bestreiten, gelten in vielen Fällen SM'ler als perverse Dreckspatzen; AWMs höchstens zweiter Klasse eben. Man muss nur einmal hören, wie verächtlich sich beispielsweise in einem meiner geliebten Foren für AWMs einige über SM äußern. So, als hätte man die saubersten Saubermänner vor sich, die nicht einmal onanieren, weil es entweder das Rückenmark angreift oder das Gehirn oder einfach unanständig ist und deshalb auch eine so saubere Weste haben, ganz ohne Spermaspritzer nächtlicher Aktivitäten. SM - bah, was ist das denn? Anständiger Content sieht anders aus. Da wird nicht geprügelt, da wird nur gefickt. Ein Hoch auf die Porno-Spießer. |