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Heuschrecken-Alarm im Adultbiz
Heuschrecken-Alarm im Adultbiz(18.08.2008/AK) WOW!!! Unsere Freunde aus Übersee kaufen sich mit dynamischen Schritten in das deutschsprachige Adultbiz ein und Marktbeobachter vermuten noch weitere prominente Zukäufe.

Allesamateure.com, Privatamteure.com, Mydirtyhobby.com inkl. Cash4Members, der Käufer erscheint als Virage Media Limited viragemedia.com .

Ist das nun gut oder schlecht für die Branche, oder ohnehin Jacke wie Hose. In der Hauptsache müssen die Auszahlungen laufen und der Support ist kompetent.

Was denkt die Adultbranche über diese Aufkäufe? Adultking hat eine kleine Hand voll erlesener Kollegen befragt und drei von ihnen hatten eine eigene Meinung:

 

 

(Zappu / Urgestein unserer Branche)  Die großen hat es schon immer gegeben, gibt es heute und wird es immer geben. Wenn ich so 5-10 Jahre zurück denke, dann gab es da auch 5 Menschen, die sich fast 60% des gesamten Marktes geteilt haben, warum soll das heute anders sein? Jeder Webmaster hat die theoretische Chance in diese Position zu gelangen und wer würde diese nicht nutzen? In all meinen Jahren habe ich viele kommen und gehen gesehen. Zuerst waren die Großen die Firmen, welche viele emails hatten, danach sind die Großen die mit den kräftigsten TGPs gewesen und heute die mit den ganzen Community Kontakten, aber morgen...? Wer weiß das schon. Und was ist so anders zu einer Situation, welche wir jahrelang in .de hatten? Nicht im Online, aber im Offline gab es ebenfalls eine Firma die über Jahrzehnte den Markt beherrscht hat, aber heute?

Ich glaube jede Webseite hat ihre natürlich Grenze von Mitgliedern - dieses war bei Mitgliederseiten so und dieses gilt insbesondere für Erotik-Communities. Ist diese erreicht, geht es abwärts, aber dadurch ergeben sich auch wieder Chancen für neue Anbieter, insbesondere die Nischen Anbieter werden sich hier erfolgreich etablieren können. Die Konvertierung bei den "Großen" wird stark zurück gehen, wenn der Sättigungspunkt erreicht ist und der Webmaster wird sich neu orientieren, so wie vorher bei anderen PP's ebenfalls. Eine Monopol-Stellung wird es im Erotik-Web nicht geben, da gerade der Nutzer immer auf der Suche nach dem Neuen, Unbekannten und noch abgefahreneren Stoff ist. Findet er dieses nicht, oder wird es zu unübersichtlich - klickt er eben weiter.

(Azrael/Fightclub Boss) Ich sehe grundsätzlich kein Problem darin das ausländische Firmen z.b. deutsche Firmen aufkaufen. Das ist in allen wirtschaftlichen Bereichen nie ein Problem gewesen und durchaus auch positiv. Der Weg ist in der Regel auch kein einseitiger, sondern der Fluss geht genauso in die andere Richtung, sprich deutsche Firmen kaufen wiederum ausländische auf.

Warum wird denn überhaupt eine Firma, immer von normaler geschäftlicher Basis ausgehend, gekauft bzw. verkauft? Die Firma hat ein Produkt auf den Markt gebracht, was den Kunden anspricht und entsprechend Gewinn macht. Dann kommt ein Punkt wo dieses Produkt an einen Scheideweg kommt und entweder stagniert, im Vergleich zu Mitbewerbern zurückfällt oder mit Volldampf und neuen Investitionen weitermacht. Wenn letzteres aus unterschiedlichen Gründen nicht ohne weiteres möglich ist oder gar vom Eigentümer nicht gewollt (weil satt?) bietet sich der Verkauf an um eventl. in einen schon professionellen und besseren Umfeld aus einen Rohdiamanten einen echten Hochkaräter zu machen. Woher diese neue Firma kommt, aus welchem Land, ist nicht relevant. Einzig und alleine das Wissen, ob die Firma hinter dem Produkt seriös und professionell arbeitet, kann für einen Außenstehenden der das Produkt weiter verkaufen/vermitteln möchte, eine Entscheidungshilfe sein.

Hat man als Außenstehender, in diesen Fall AWM, keinerlei Informationen über diese Firma, deren Ziele und die Power die dahinter steht, stellt sich die Frage ob man nicht besser auf vergleichbare und bekannte Angebote ausweicht. Warum ein Produkt aufgekauft, an die Wand gefahren und trotzdem für den Käufer Gewinn gemacht hat ... da gibt es Beispiele genug für. Nicht nur auf das Adultbiz gesehen.

Von Seiten der Käufer und Verkäufer ist eine vernünftige Informationspolitik die erste Basis um das Vertrauen der AWM zu erhalten bzw. zu behalten. Ob der Weg über Foren da der richtige Weg ist?

Der AWM wieder sollte sich den kompletten Verlauf eines Produkts/PP (und auch aller Vorläufer!) anschauen, die Personen und Ereignisse zuordnen und dann für sich entscheiden ob er weiter bewirbt oder auf Alternativen ausweicht.


(thommy / AWM-Bürgermeister)  Firmenkäufe und Großbeteiligungen sind auch im deutschen Adultbiz nicht wirklich neu. Es gab sie schon so lange ich das Geschäft kenne, wenn auch nicht in diesem großen Stil und mit solch „öffentlichem Interesse“.

Grundsätzlich kann man hier aber nicht von gut oder schlecht sprechen sondern eher von der Notwendigkeit derartiger Konzentrationen.

Was wollen denn Affiliatepartner? Sie wollen zunächst mal ein anständiges Produkt, das ihnen lange und gute Umsätze beschert und sie wollen in der Gewissheit schlafen, dass ihre Provisionen auch pünktlich ausbezahlt werden.
Beide Voraussetzungen kann am ehesten ein Unternehmen gewährleisten, das den finanziellen Background dazu besitzt und diesen durch Schaffung  grosser Marktanteil auch erhält.

In der Vergangenheit hat der deutsche Markt unter vielen Widrigkeiten gelitten, die dafür gesorgt haben, dass im Adultbiz natürliche, logische und notwendige Entwicklungen verspätet einsetzten und daher jetzt ungewohnt sind.
Das Hauptproblem in JEDEM Geschäft besteht darin, dass jedes gängige Produkt am Ende einer so starken Konkurrenzsituation ausgesetzt ist, dass am Ende keiner mehr davon leben kann.

Wir haben diese Entwicklung gerade unmittelbar vor Augen in Bezug auf die Amateurportale.

Am Anfang gab es eines davon, das darüberhinaus hervorragend funktioniert hat. Die logische Entwicklung ist, dass Nachahmer kommen und das Konzept kopieren. Die ersten werden damit noch leidlichen Erfolg haben doch je grösser die Zahl der Konkurrenzprodukte, desto kleiner wird die Marge der einzelnen Angebote. Je kleiner die Marge der einzelnen Angebote, desto grösser ist die Gefahr, dass das eine oder andere darunter auf der Strecke bleibt – was aber nichts anderes heisst, als dass die beiden, oben festgestellten Grundvoraussetzungen, die von Webmastern gewünscht sind, nicht mehr erfüllt werden können.

Ab dem Punkt an dem sich viele, viele Mäuse nicht mehr um den Kuchen sondern nur noch um die Krümel streiten, wird das Segment für Nachahmer unattraktiv – aber auch die Webmaster können ihre Kunden nicht mehr auf mehr oder weniger unikate und attraktive Systeme leiten. Der Kunde, der einmal bei einem unattraktiven System Geld ausgegeben hat, wird es auch beim attraktiven nicht mehr tun und ist somit für den Markt verloren.

Jedoch ist dieser Punkt der Marktsättigung auch der, an dem es für die verbliebenen Marktteilnehmer wichtig und möglich ist, den eigenen Marktanteil auf Vordermann zu bringen und durch Zukäufe den eigenen Marktanteil zu vergrössern und Kostenstellen, die bei getrennten Produkten mehrfach entstehen, einzusparen und durch diese Art der „Marktbereinigung“ wieder Gewinne zu erwirtschaften.

Hier ein einfaches Rechenbeispiel: Angenommen Produkt A ist auf dem Markt konkurenzlos, so kann es theoretisch einen Marktanteil von 100% abdecken – praktisch wird es aber niemals diesen Anteil erreichen sondern wohl eher bei 60 oder 70% das Maximum erreicht haben – deshalb BRAUCHT man auch Konkurrenzprodukte.

Kommt nun Produkt B dazu, dann sinkt der Marktanteil von A nur leicht und Produkt B wird weitere Anteile aus den noch ungenutzten 20-30% dazu gewinnen. Eventuell sorgen B und folgende auch für eine weitere „Produktpopularit“ und damit einen wachsenden Käufermarkt. Daher kommt auch der Spruch „Konkurrenz belebt das Geschäft“ – allerdings ist dieser Effekt nur von kurzer Dauer und endet, sofern die Konkurrenzvermehrung nicht aufhört, in einer steil abfallenden Marktschöpfungskurve.
Nun spielen wir aber mal dieses Monopolyspielchen mal noch weiter und sagen am Ende hätten wir 10 Anbieter, deren Marktanteil sich wie folgt ergibt:
A= 35% - B = 22% - C= 15% - D=10% - E=5% -  F=4% - G=3% - H=2% - I=2% - J=2%

Zusammen haben also die, in diesem Marktsegment konkurrierenden Anbieter einen Marktanteil von 100%. Allerdings ist die Marktschöpfung hier unzureichend. Während die ersten 4 oder 5 Anbieter noch leidlich Gewinne machen, wird es bei den hinteren Rängen zum Nullergebnis bzw. Draufzahlgeschäft, da auch die Kostenstrukturen verzehnfacht sind.
Man braucht also 10 x Serverpark, 10x Serverbetreuung, 10x Marketing, 10x Buchhaltung usw…

Kauft nur A den Rest der Mannschaft, so hat es seinen eigenen Marktanteil auf 100% ausgedehnt und kann Kostenfaktoren zentralisieren. Durch eine höhere Abnahmekapazität bei Servern z.B. kann A einen günstigeren Preis aushandeln und kann nun auch noch die Aktivitäten der einzelnen Unternehmen Zielgruppenverfeinern so dass sich die Unternehmen im Markt nicht mehr gegenseitig die Butter vom Brot nehmen.

Dadurch wird A am Ende sein Resultat vervielfachen können und darüberhinaus im Kundenmarkt jede Unterzielgruppe von Käufern ganz gezielt nutzen und ggf. sogar neue hinzugewinnen.

Da sogar unsere Beispiele H, I und J nunmehr vom günstigeren Einkauf und von der synergetischen Teilung der Kosten profitieren, wird aus ihnen jeweils ein rentables Unternehmen – auch wenn der Umsatzanteil nicht grösser wird.
Aber selbst wenn die letzten und kleinen in dieser aufgekauften Armada keine Gewinne abwerfen, so bieten sie dem Gesamtunternehmen Schutz vor ungeliebter neuer Konkurrenz, da jedes nachfolgende Unternehmen wiederum den gesamten Kostenapparat alleine stemmen müsste und es somit kaufmännisch unklug wäre, sich in einem solchen „besetzten Markt“ positionieren zu wollen.

In der Theorie hört sich sowas natürlich furchtbar an, denn es klingt nach Monopolisierung und Marktdiktatur. In der Praxis jedoch wird ein solches Monopol nie existieren, denn es wird in den meisten Fällen frühzeitig verschiedene Unternehmen geben, die den selben Weg gehen.
Somit entsteht am Ende wiederum eine Konkurrenzsituation – allerdings mit bewanderten Konkurrenten, die nicht auf die Idee kommen, die Kuh, die sie melken zu schlachten.

Mittlerweile werden aber neue Marktsegmente von unten her entstanden sein, die wiederum den selben Abläufen unterliegen und die sich auf die selbe Weise ihren Weg nach oben bahnen.

So und nicht anders funktioniert jedes Geschäft, das über den Bauchladen hinaus gehen soll und das am Ende auch der tragende Pfeiler vieler kleiner Bauchläden ist.

Ob man am Ende selbst Bauchladen oder Wirtschaftimperium ist, hängt einzig und alleine von der Tatsache ab, wie gut man solche Gesetzmäßigkeiten verstanden hat und in wie weit man diese Spielregeln und Abläufe akzeptiert.

(AK)
hehe, …herzlichen Dank lieber und geschätzter Leser, dass Du es bis hierhin durchgehalten hast; thommy hatte auch noch ein 3seitiges Skriptum, ich habe das 2er gewählt. Letztlich kann der Gedanke als legitim und eher wahrscheinlich betrachtet werden, dass eine etablierte Definition (Verhaltensmuster) des Lebewesens Heuschrecke mit flächenweitem Kahlschlag und im zeitlichen Tempus mit der Vernichtung des vorgefundenen verbunden ist! Aber die Schuldzuweisung dürfte ab November dieses Jahres ganz im Sinne eines lupenreinen Räuberkapitalismus stehen. Sagen wir der Nigger war es und damit ist mindestens 200 Jahre systembedingte Misswirtschaft ihrer farblichen Schuld zugeführt!

Schönen Herbst!

 
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