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(29.01.2006/spiegel-online) Was beschäftigt Hochkaräter aus Wirtschaft und Politik? Armut, Unterentwicklung, Umweltressourcen? Natürlich. Im verschneiten Davos erwärmte man sich aber vor allem für ein Thema: Sex - einer New Yorker Therapeutin sei Dank.
Davos - Über 2000 Wirtschaftsbosse, Politiker, Wissenschaftler sowie Kultur- und Medienschaffende kamen im Schweizerischen Davos zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum zusammen. Seit Mittwoch stehen die großen Herausforderungen der Globalisierung auf der Agenda: Armut, Unterentwicklung, Umweltprobleme, Pandemien.
"Der kreative Imperativ", so das Motto des Gipfels, erstreckt sich jedoch, wie jetzt bekannt wurde, nicht nur auf die schöpferischen Energien, mit denen Wirtschafts- und Politik-Größen die Weltlage verbessern wollen. Erfinderisch geht es in Davos auch im Binnenbereich des Privaten zu. Vor prächtiger Bergkulisse steigen die Tagungsteilnehmer in die Tiefen der Intimität hinab - beim Seminar "Sex und Beziehungen", das die New Yorker Therapeutin Dagmar O'Connor anbietet. Die Veranstaltung der amerikanischen Buchautorin ("Sex mit Herz, Lust auf Liebe") ist so beliebt, dass sie als einzige der 240 Programmpunkte wiederholt werden musste. Mochte die Auseinandersetzung der Wirtschaftsmächte China und Indien die Ökonomen zu globalem Kalkül hinreißen und die iranische Atompolitik informelle Diskussionen befeuern - Eros lief allen anderen Themen den Rang ab. "Ich war überrascht, wie offen die Leute waren und wie bereitwillig sie über ihre Beziehungen sprachen", erklärte O'Connor der Nachrichtenagentur AFP. Die Fragen der rund 50 Teilnehmer - zu zwei Dritteln Frauen - hätten sich vor allem auf ein Problem konzentriert: Wie halte ich meine Beziehung in Schwung? "Die Berufstätigen sind so beschäftigt, dass sie keine Zeit für Sex haben", so O'Connor. Ihre Empfehlung: mehr Zeit miteinander verbringen und sich drei Mal die Woche 90 Minuten lang berühren. |