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Intelligenter Geiz im Adultbiz?
Intelligenter Geiz im Adultbiz?(03.03.2006/AK)  Beim Schuhkauf und anderen Dingen des täglichen Lebens haben viele Konsumenten längst festgestellt, Qualität hat meist ihren Preis. Der anhaltende Gammelfleischskandal in Deutschland und die regelmäßigen Tipps von Verbrauchermagazinen über minderwerte Produkte fördern diesen Trend. Konsumriesen wie Mediamarkt und Ikea ziehen weiterhin konstant mit Ihrer Außenwirkung auf „billig“ getrimmt die Massen an. Auch wenn Geiz derzeit einen tendenziellen Rückwärtstrend erfährt, der Glanz medialer TV-Sports durch den öffentlichen Dialog leicht verblasst, geizige Menschen eher wieder mit negativen Eigenschaften assoziiert werden, so ist es doch eine grundliegende deutsche Tugend sparsam zu sein; entsprechenden Lockrufen und Schlüsselwörtern der Werbebranche zum Sparmoment Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie schaut das in der Online-Erotik aus? Ist der Orgasmus im Abo zu EUR 1,99 schlechter, besser oder gleichauf als der für EUR 29,95 ? Muss man bei der Frage unterscheiden zwischen dem normalen Hetero-User und dem speziellen Fetischfreund, der meist eher Glück hat, mal genau eine Präsenz im Netz zu finden, die zu 100% seiner Lust entspricht. Wie steht es überhaupt mit Qualität und Quantität? Gibt es da Unterschiede zwischen den regelmäßigen Nutzern der verfügbaren Angebote (des Foto-Filmmaterials) und des zeitlich unregelmäßigen Melkers? Fragen wir dazu doch mal unseren Kollegen Matthias Koch mit seinem Flakschiff Sexgeizkragen und einer ganzen Armada anderer Geiztempel, Kostenlospalästen & Sextalersparvereinen.

Matthias, Dein primäres Konzept der Vermarktung ist das Thema Geldsparen für eine erotische Dienstleistung oder einen weiterführenden Spartipp. Du bist erfolgreich mit diesem „Corporate Identity“.

Bekommt man als User für 1,99 nur Gammelfleisch zum persönlichen Genuss vorgesetzt ???  Smile

(MK)  „Ich denke, das muss man differenziert betrachten. Natürlich kann man für 1,99 Euro im Monat keine 24/7 Livecams o.ä. erwarten. Aber die Bedürfnisse und Geldbeutel der Internet- Erotik- Konsumenten sind durchaus sehr verschieden.

Es gibt sicher Menschen, die angesichts schmalen Geldbeutels und nicht arg so hochgesteckter Erwartungen mit einem abgespeckten 1,99 Abo zufrieden sein können. Für diesen welchen ist das also ein preiswertes Angebot.

Jemand anderes möchte aber gerne Livecams ansehen und für ihn ist somit genanntes Angebot nicht befriedigend. Er hat nun z.B. die Wahl zwischen einem Cam-Portal, das ihm pro Minute 1,86 abknöpft oder einer Sexflatrate für 14,95 Euro im Monat wie z.B. bei MOMO, die ihm jede Menge Cams, Videos und Bilder pauschal bietet. Für ihn ist somit MOMO preiswert. Ganz anders sieht's wieder aus, wenn er lieber private Livecams ansieht, die von den Senderinnen von zu Hause aus bedient werden. Die Menschen sind verschieden und deshalb ist auch ihre Definition von preiswert" natürlich sehr unterschiedlich.

Deshalb bieten wir auf Sexgeizkragen die ganze Palette. Angefangen mit kostenlosen "Anfütterungs-Angeboten" über Flatrates bis hin zu privaten MinutenCams. Wir haben das vor kurzem mit Geizpalast noch weiter ausgebaut. Nach kostenloser Registrierung kann das Mitglied hier bei der Nutzung der angeschlossenen Partnerseiten pro Euro Umsatz einen Bonuspunkt sammeln. Hat er gewisse Mengen dieser Punkte gesammelt, kann er diese gegen attraktive Prämien bei uns eintauschen.

Kürzlich haben wir dazu auch ein Partnerprogramm für Webmaster online gestellt. 0,40 Euro pro vermitteltem Mitglied erscheinen zwar zunächst etwas wenig. Wenn man aber bedenkt, dass ein neues Mitglied bei seiner Anmeldung nur einen Usernamen wählen und seine Email Adresse verraten muss, eröffnen sich hier ungeahnte Möglichkeiten z.B. für Seitenbetreiber mit überwiegendem "Gratis-Traffic". 80 Anmeldungen pro Tag und Webmaster (EUR 32 pro Tag) sind in der kurzen Laufzeit schon vorgekommen! „

Mehr Fragen zum Verkaufsmodell „Sparkonzept in der Online-Erotik“ gerne

unter: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

Oder: www.geizpalast.com

(04.03.2006/thommy)  Ich sehe da schon ein paar Aussagen, die man so nicht unkommentiert stehen lassen kann und das fängt bei mir schon bei der Überschrift an. "Intelligenter Geiz im Adultbiz" was bitte soll das sein?

Das Produkt Internet entwickelt sich doch ganz mit seiner Userschaft und da eben in den 90er Jahren das Surfen im Netz noch sehr teuer war, konnte man davon ausgehen, dass es nur eine privilegierte Gruppe ist, die sich den Spaß leisten kann.

Infolgedessen waren Billigangebote auch im Bereich der Erotik nicht nur eine zwangsläufige Folge der nachrückenden Userschaft, die ja genau deshalb erst so spät einstiegen, weil die Zugangskosten um bis zu 99% gefallen waren sondern weil sie in ihrer Masse wiederum ein Multiplikator sind, der billige Massenangebote überhaupt erst ermöglicht.

Somit haben Günstigangebote im Netz ganz und gar nichts mit Intelligenz zu tun sondern nur mit dem Stillen einer vorhandenen Nachfrage.

Es ist eben nicht so, dass Kunden beim Schuhkauf gelernt haben, dass
Qualität ihren Preis hat - ganz das Gegenteil ist der Fall, denn in Zeiten wo eben jeder Mensch nicht nur 1 Paar Wochentagsschuhe und ein Paar Sonntagsschuhe hat, bot sich auch der Industrie die Möglichkeit der Massenfertigung und damit einer günstigern Produktion, günstigerer Logistik und günstigerem Marketing (und besonders aufs Marketing komme ich später noch zu sprechen).

Klar kauft ein Kunde heute nicht NUR Billigschuhe aber da haben wir es auch mit einem Artikel des täglichen Bedarfs zu tun und den kann man nicht unbedingt mit dem Erotikbiz im Netz gleichsetzen. Hier muss man sich eher die Frage nach der Offline-Erotik stellen wohin da die Preise gegangen sind und wenn man sich das mal ganz genau betrachtet, dann haben wir dort den selben Preisverfall wie im Netz - also ist das keine Angelegenheit, die man nur aufs Netz beschränken kann sondern ein allgemeines Problem, das wir Online und Offline gleichermaßen
kennen und erleben.

Letztendlich ist jeder Verkaufspreis - egal wie groß oder klein - kalkuliert auf einer angenommenen Zahl von Kunden. Dabei ist aber die Crux, dass bei steigendem Preis die Zahl der möglichen Kunden abnimmt, da wir im Markt eine Kaufkraftpyramide haben bei der im niedrigsten Bereich die höchste Zahl von Kunden vorhanden ist.

1000 mal 99 Euro ergibt unterm Strich das selbe Ergebnis wie 10.000 mal 9,90 Euro wobei die Kaufkraftpyramide an sich einen viel engeren Winkel aufweist. Das heißt, dass in der Kaufkraftschicht von 9,90 eben nicht nur ein Verhältnis von 1000 gegen 10.000 steht sondern eines von 1000 gegen 100.000.

Dies sind Zahlen, die sich durch die gesamte Wirtschaftslandschaft verfolgen
lassen und sind keine Besonderheit des Adultbiz. Insofern ist auch die Aussage "Auch wenn Geiz derzeit einen tendenziellen Rückwärtstrend erfährt..." falsch interpretiert. Es gibt da keinen Rückwärtstrend auch wenn es hin und wieder Angebote gibt, die durch ihre Einzigartigkeit den User kurzzeitig zu Mehrausgaben verlocken. Die Annahme, dass "Geiz ist geil" zuende ist, wird einzig und alleine durch das Symptom geweckt, dass natürlich die Zahl der Anbieter in diesem Segment enorm gewachsen ist. Würde man diese Zahl relativieren, dann käme man zwangsläufig zu dem Schluss, dass heute die Zahl der Günstigkäufer sogar um ein Vielfaches höher liegt.

Es ist auch eine völlig falsche Annahme, dass es da noch irgendwo im Markt Adultunternehmen gäbe die "preistreu" geblieben sind. Ja klar, gibt es Seiten die für 39,95 im Abo angeboten werden. Aber schauen wir doch mal genau hin. Diese Unternehmen haben längst das US-Prinzip des ALL-INCLUSIVE-PASSES (den MOMO im Übrigen bereits im Jahr 2002, lange vor dem Rest der Welt in die Tat umgesetzt hat) adaptiert. Eine Seite zahlen und 25 weitere kostenlos dazu bekommen. Nun rechnen wir doch mal aus was das unterm Strich pro einzelnes Angebot noch in Euros ausmacht.

Es ist sicher unbestritten, dass in einem Markt nicht nur Golfs verkauft werden können. Sonst hätte Porsche bestimmt in 2005 nicht wieder einmal ein Rekordergebnis hingelegt. Aber für vergleichbare Angebote im Adultinternet wird der Markt immer enger und zwar NICHT aus dem Grund weil es keine Nachfrage dafür gäbe sondern wegen des hohen Streuverlustes bei der Beschaffung des Traffics.

Seiten wie PX24 können heute deshalb überleben, weil sie bereits auf Hunderttausenden von Seiten eingebaut sind und mit Trafficmengen hantieren, die sich ein kleines, individuelles Angebot gar nicht heranschaffen kann. Klar kann man unter Millionen von Besuchern täglich auch die paar Hundert finden, die bereit sind, mehr Geld auszugeben als die Masse.

Bei allen Targetingmöglichkeiten die wir heute zur Verfügung haben gibt es halt leider immer noch keine, die Traffic nach Kaufkraft filtern könnte und daher ist die einzige Antwort der gemeinsame Nenner von Arm und Reich. Reich KANN auch wenig Geld ausgeben - Arm kann aber nicht viel Geld ausgeben und deshalb ist es schlussendlich doch so eine Art von Intelligenz, wenn man versucht die größtmögliche Kundenreichweite zu erreichen.

Hat man viele von diesen Kunden, die wenig ausgeben so ist der Einnahmeverlust wieder mehr als ausgeglichen. Und schlussendlich hat man immer noch einen ganz anderen Vorteil: Wenn man dem Kunden bewiesen hat, dass er auch für wenig Geld eine gute Leistung bekommt, dann hat man auch die Chance, ihm für mehr Geld eine noch bessere Leistung verkaufen zu können. Darin steckt die Taktik des Sonderangebotes - und das nicht erst seit Erfindung des Internet.

Zu dieser Thematik wurde eine Diskussion im PADW-Forum gestartet. Beträge, welche das Thema weiter sachlich vertiefen, oder völlig konträr betrachten, oder eigene Erfahrungen mit Portalen beschreiben, können gerne als Kommentar zu diesem Artikel auf AK veröffentlicht werden.

http://www.pissandiewand.biz/forum/showthread.php?p=3681#post3681

 
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